US N-ANLAGE" THE SUNRISE FRUIT COMPANY"

Dem einen oder anderen Betrachter der Bilder wird die Anlage von Ausstellungen oder aus Berichten in Fachzeitschriften bekannt vorkommen. Es stellt sich die Frage nach dem Erbauer der Anlage. Tatsache ist, dass ich abgesehen von einigen, durchaus positiven Veränderungen die Anlage konzipiert und realisiert habe. Gleichwohl vermarktet der Käufer eben diese Anlage als „sein Werk“; soviel zur Klarstellung.
Wie kam es eigentlich zu dieser Anlage?
Beim abendlichen Blättern und Lesen von diversen Fachzeitschriften wurde ich auf den Bericht „Rangieren im Regal“ von Wolfgang Besenhart im N-Magazin 3/2010 aufmerksam. Die dort vorgestellte Anlage hat mich sofort fasziniert und dazu geführt, dass ich tagelang darüber grübelte, wie das Thema der Anlage umsetzt werden kann, ohne Gefahr zu laufen die vorgestellte Anlage zu kopieren.
Ergebnis meiner Überlegungen war, das Thema als US-Szenario mit vorgelagertem Hafen zu realisieren.
Den Originalgleisplan habe ich nur zum Teil übernommen, um die Anlage „handlich“ zu gestalten. Das dominierende Fabrikgebäude war Namengeber der Anlage. Ausgewählt habe ich Code 55 Gleismaterial und englische Seep-Antriebe, die sich an der Grundplatte festschrauben lassen. Das Justieren geriet wegen der kurzen Stellwege und der damit verbundenen Polarisierung der Weichenherzstücke allerdings zur Geduldsprobe.

Problematisch stellte sich auch die Schaltung der Doppelkreuzweiche dar – nie wusste ich welches Gleis angewählt war. Meine anfängliche Auffassung, dass sich die beiden Weichenantriebe wie ganz normale Weichen würden verdrahten lassen,  musste ich alsbald aufgeben.
Mir fiel nichts Besseres ein als eine Fahrstraßenschaltung mittels Relais, Dioden und einem Stufenschalter zu bauen; das Gleisbildstellwerk wurde in die vordere Anlagenblende integriert. Leider wäre ich heute nicht mehr in der Lage, die seinerzeit ausgetüftelte Schaltung nachzubauen.

Anmerkung: Für die im Bau befindliche H0-Anlage "Alt Zanerow " meines Partners Heiko habe ich im Internet eine einfachere Lösung gefunden.

Da in Deutschland keine N Switch Stands (Weichensignale) zu kaufen waren, musste ich diese unter Verwendung von Weichenstellhebeln von Weinert und geeignetem Papier selbst herstellen.

Bei der Gestaltung der Gebäude und des Geländes habe ich mich überwiegend am schönen Vorbild von Wolfgang Besenhart gehalten. Die Gleise und das Gelände wurden von mir mit [See-]Sand „eingeschottert“. Der Sand erhielt einen Rotton, wie er tatsächlich in einigen Gegenden der USA anzutreffen ist. Beim Bau des Fabrikgebäudes waren mir die Fotos vom Anlagenbau eine große Hilfe; das Hafenmotiv habe ich allerdings nach eigenen Ideen verwirklicht. Aufgrund von höherer Gewalt kam es allerdings zum Baustillstand – das Kranmodell von Faller war erst zu Weihnachten zu kaufen. Die Gebäude im Hintergrund und die verbauten Geländer stammen hingegen von der Firma MZZ und befanden sich in meinem Fundus.

Die Anlage sollte digital betrieben werden. Weil ich bereits über Erfahrungen beim Einbau von Decodern verfüge, wurden von mir aus Gründen der Kosteneinsparung zwei analoge Loks - eine Dampflok und eine Diesellok angeschafft, um diese auf Digitalbetrieb umzurüsten. Der Einbau des Decoders in die Diesellok verlief problemlos, hingegen war der Einbau des anderen Decoders in die Dampflok durchaus anspruchsvoll. Ehrlich gesagt: Der Einbau hat bei mir Schweißausbrüche hervorgerufen.
Bei der Dampflok handelte es sich um eine Schlepptenderlok; im Tender sollte der Decoder von Digitrax inclusive Soundmodul und Lautsprecher seinen Platz finden. Weil der Tender über keine Stromabnahme verfügt, musste diese von der Lok erfolgen. Wegen der nicht isolierten Radsätze besteht der Rahmen der Lok notgedrungen aus zwei, gegeneinander isolierten Hälften. Die dadurch bei der Montage auftretenden Schwierigkeiten haben bei mir zu den bereits erwähnten Körperreaktionen geführt.
Anmerken möchte ich noch, dass ich den erwähnten Digitrax-Decoder  DXSDN136PS wegen der geringen Lautstärke nicht empfehlen kann.
Weil bei mir schon während der Bauphase die Idee einer neuen Anlage in Gn 15 (Köhlerei Hans Kohlhans) aufkam und der mir zur Verfügung stehende Platz beschränkt ist , habe ich die die gerade fertiggestellte Anlage bei Ebay angeboten.
Mit dem Käufer wurde ich schnell handelseinig; ich habe wunschgemäß für ihn unter den auf der Anlage beidseitig vorhandenen Brücken „Durchbrüche“ ausgesägt, um einen Anschluss für einen Gleiskreis oder eines Fiddle-Yard („Hof zum Rumspielen“) herstellen zu können. Die Herstellung der „Durchbrüche“ war durchaus anspruchsvoll, waren doch die beiden Seitenteile mit Spiegeln versehen.
Als alles fertig war, ging die mit Liebe zum Detail und viel Enthusiasmus gebaute kleine Anlage im Firmenwagen des Käufers auf die Reise zum neuen Stellplatz.

liebe Grüße                                                                                                       Thomas